Kortikosteroide

Nebennierenrindenhormone

Kortikosteroide sind - in chemischer Form - Arzneimittel zur Unterstützung der körpereigenen Nebennierenrindenhormone. Sie werden eingesetzt, um Entzündungsreaktionen, Infektionen und Autoimmunerkrankungen zu unterdrücken. Das Arzneimittel hat zudem einen starken Einfluss auf den Flüssigkeitshaushalt des Körpers sowie den Stoffwechsel von Zuckern, Proteinen und Fetten.

Trotz der starken Wirkung von Kortikosteroiden wird die Ursache der Beschwerden damit nicht behoben. Es ist daher ratsam, zusätzlich einen Physiotherapeuten zu konsultieren. Dieser kann untersuchen, ob die Entzündungszeichen und andere damit verbundene Beschwerden in das Arbeitsfeld der Physiotherapie fallen und hierfür einen Behandlungsplan aufstellen. Dazu gehören unter anderem Massagetechniken, Beratung und Bewegungstherapie.

Wofür werden Kortikosteroide verwendet?

Kortikosteroide haben eine sehr starke Wirkung und werden bei zahlreichen körperlichen Erkrankungen eingesetzt. Ein Anwendungsgebiet ist, wenn der Körper selbst zu wenig Nebennierenrindenhormon produziert. Nebennierenrindenhormon ist nötig, um Energie, Mineralien und Salze freizusetzen und zu speichern. Es hemmt außerdem Entzündungen und Überempfindlichkeitsreaktionen. 

Ein Mangel an Nebennierenrindenhormonen ist häufig an typischen Symptomen wie Dehydrierung, niedrigem Blutdruck, Gewichtsverlust, niedrigen Blutzuckerwerten, Desorientierung, Übelkeit und Müdigkeit zu erkennen. In diesem Fall dient das Medikament als Ergänzung und ersetzt oder unterstützt die körpereigene Produktion von Nebennierenrindenhormonen.

Ein weiterer Grund kann bei Autoimmunerkrankungen liegen. Dabei greift das Immunsystem eigene Organe und Gewebe an. Beispiele hierfür sind: Rheuma, MS (Multiple Sklerose), Morbus Crohn und Psoriasis.

Darüber hinaus werden Kortikosteroide bei Schleimbeutelentzündungen, Sehnenentzündungen (in einer späten Phase) oder chronischen Entzündungskrankheiten wie COPD eingesetzt. Auch während der Krebsbehandlung können Kortikosteroide verabreicht werden, um mögliche Nebenwirkungen einer Chemotherapie zu unterdrücken.

Welche möglichen Nebenwirkungen haben Kortikosteroide?

Kortikosteroide selbst können ebenfalls Nebenwirkungen haben, insbesondere bei langfristiger Anwendung. Mit diesem Gedanken wird der Hausarzt oder Spezialist versuchen, die Dosierung so kurz und so niedrig wie möglich zu halten.

Im Allgemeinen haben Kortikosteroide, die lokal verabreicht werden, weniger Nebenwirkungen als Tabletten. Beispiele für die lokale (örtliche) Anwendung sind Augentropfen, Injektionen, Salben oder Inhalationen (Einatmung).

Die möglichen Nebenwirkungen hängen weitgehend vom Ort, von der Dosis und von der Anwendungsform des Medikaments ab. Bei Augentropfen sind die häufigsten Nebenwirkungen ein erhöhter Augeninnendruck und sekundäre Augeninfektionen. Bei der Einnahme von Kortikosteroiden über Inhalation werden Nebenwirkungen wie Husten, Mundtrockenheit und Heiserkeit beobachtet.

Injektionen mit Kortikosteroiden haben ebenfalls überwiegend eine lokale (oberflächliche) Wirkung. Mögliche Nebenwirkungen sind zum Beispiel eine dünnere Haut an der Injektionsstelle, Hautverfärbungen oder eine vorübergehende Zunahme von Entzündungsprozessen.

Kortikosteroide in Tablettenform haben eine eher systemische Wirkung. Das bedeutet, dass sie eine starke Wirkung auf den gesamten Körper haben können. Mögliche Nebenwirkungen sind Störungen des Flüssigkeitshaushalts, Knochenschwund, Bluthochdruck und psychische Störungen.

Wo sind Kortikosteroide erhältlich?

Bei Kortikosteroiden hängt die Verfügbarkeit davon ab, welches Mittel in welcher Dosierung verwendet wird. In den meisten Fällen sind sie nur auf Rezept eines Hausarztes oder Spezialisten erhältlich. Bei einer Injektion ist stets eine fachärztliche Versorgung erforderlich.

Die bekannteste Form von Kortikosteroiden ist Prednison, als generisches Prednisolon oder unter dem Markennamen Di-Adreson-F aquosum. Prednison ist als Kapseln, Lösung, Tabletten, Salbe und zur Inhalation erhältlich. Die Verabreichung per Injektion muss durch einen (Haus-)Arzt erfolgen.

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