Anatomie des Oberschenkels

Der Oberschenkel wird in Vorder-, Rück-, Außen- und Innenseite unterteilt. In jedem Bereich liegen Muskeln mit unterschiedlichen Funktionen. Zusätzlich verlaufen hier Blutgefäße und Nerven, die die Muskeln versorgen und steuern.
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Die Knochen des Oberschenkels

Im Oberschenkel liegt der Oberschenkelknochen, das Femur. Dies ist ein langer Knochen mit einer großen, runden Kopfstruktur, die zusammen mit der Pfanne des Beckens das Hüftgelenk bildet.

Am unteren Ende besteht der Oberschenkelknochen aus zwei halbrunden Gelenkflächen, die auf dem Schienbein aufliegen und gemeinsam das Kniegelenk formen.

Dann gibt es noch die Kniescheibe, die Patella. Sie ist in die Sehne der Kniestrecker eingebettet. Beim Beugen und Strecken des Knies gleitet die Kniescheibe in einer Art Rinne am Oberschenkelknochen. Dies ist das patellofemorale Gelenk.

Die Kniestrecker

Die Vorderseite des Oberschenkels wird größtenteils von den Muskeln bedeckt, die das Knie strecken. Diese Muskelgruppe nennt man den Musculus quadriceps femoris, was vierköpfiger Oberschenkelmuskel bedeutet. Diese Bezeichnung ist nicht ganz korrekt. Vor einigen Jahren wurde nämlich ein fünfter Muskel entdeckt. Dieser liegt gut versteckt zwischen den anderen Anteilen. Somit besteht der Quadrizeps aus folgenden fünf Muskeln:

  • Rectus femoris
  • Vastus intermedius
  • Tensor vastus intermedius
  • Vastus lateralis
  • Vastus medialis

Obwohl diese Muskeln an unterschiedlichen Stellen beginnen, ist der Ansatz für die meisten derselbe. Sie setzen an der Kniescheibe an, die als eine Art Hebel wirkt und das Strecken erleichtert. Unter der Kniescheibe verläuft die Patellasehne weiter zum Schienbein. Das macht den Quadrizeps zu einem kräftigen Kniestrecker.

Der Rectus femoris ist der einzige Muskel des Quadrizeps, der am Becken ansetzt. Dadurch hilft dieser Muskel auch beim Beugen im Hüftgelenk. Die übrigen Muskeln beginnen am Oberschenkelknochen.

Der Schneidermuskel

Diagonal über den Oberschenkel verläuft der längste Muskel unseres Körpers, der Schneidermuskel (Sartorius). Dieser schlanke Muskel beginnt an der Außenseite des Beckens und zieht dann schräg nach unten zur Innenseite des Knies. Weil er im Schneidersitz maximal angespannt ist, wird er Schneidermuskel genannt. Etwas weiter zur Mitte dieses Muskels liegt die Leistenarterie. Hier kann man bei vielen Menschen den Puls fühlen.

Der Schneidermuskel endet direkt unter dem Kniegelenk. An derselben Stelle treffen noch zwei weitere Sehnen zusammen. Es handelt sich um die Sehnen des Semitendinosus und der Gracilis. Diese Stelle ähnelt dadurch einer Gänsepfote, dem Pes anserinus.

Die Kniebeuger

An der Rückseite des Oberschenkels liegen die Kniebeuger (Hamstrings). Sie sorgen hauptsächlich für die Beugung des Knies und die Rotation des Unterschenkels.
Diese Muskelgruppe besteht aus drei Muskeln:

  • Biceps femoris
  • Semimembranosus
  • Semitendinosus

Der Biceps femoris besteht selbst aus zwei Muskelbäuchen. Ein langer Kopf, der am Sitzbein ansetzt, und ein kurzer Kopf, der am Oberschenkelknochen beginnt. Sie enden mit einer gemeinsamen Sehne am Wadenbein.

Der große Beinnerv

Über die Rückseite des Oberschenkels verläuft der große Beinnerv (Nervus ischiadicus). Dies ist ein dicker und langer Nerv, der aus dem unteren Rücken kommt und die Muskeln des Beins und des Fußes steuert.

Die Muskeln an der Innenseite des Oberschenkels

An der Innenseite des Oberschenkels befinden sich die Adduktoren. Sie führen den Oberschenkel hauptsächlich nach innen und sind unter anderem bei Schussbewegungen aktiv. Diese Muskeln beginnen in der Leiste und fächern zum Oberschenkel- und Schienbein hin aus. Es gibt kurze und längere Leistenmuskeln. Es handelt sich um folgende Muskeln:

  • Pectineus
  • Adductor longus
  • Adductor brevis
  • Adductor magnus
  • Gracilis

Die Sehnenplatte an der Außenseite des Oberschenkels

An der Außenseite des Oberschenkels - auf Höhe der Hüfte - befindet sich ein kurzer Muskel mit einer sehr langen und breiten Sehnenplatte, die die gesamte Außenseite des Oberschenkels bedeckt (Tensor fasciae latae). Er ist einer der Muskeln, die bei Anspannung das Bein seitlich anheben.

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