- Körperliche Beschwerden
- Kielbrust
Kielbrust
Pectus carinatum
Die Kielbrust (pectus carinatum) ist eine Erkrankung, bei der Brustbein und Rippenkorb durch ein zu starkes Wachstum des Rippenknorpels nach vorne gedrückt werden. Dadurch entsteht eine Vorwölbung in der Mitte der Brust, die an die Brust eines Vogels wie eines Huhns erinnert. Diese Erkrankung kann mit einer Orthese oder einer Operation behandelt werden.
Was ist eine Kielbrust?
Eine Kielbrust entsteht, weil der Rippenknorpel neben dem Brustbein zu stark wächst. Das Brustbein wird dadurch nach vorne gedrückt. Die Kielbrust ist fast immer schon bei der Geburt vorhanden, verschlimmert sich aber oft in einer Phase schnellen Wachstums, wie einem Wachstumsschub. Die Kielbrust kann hoch oder tief auf der Brust und an einer oder beiden Seiten des Brustkorbs vorkommen.
Warum der Knorpel bei manchen Menschen zu stark wächst, ist nicht bekannt. In einigen Fällen scheint sie sich durch die Einnahme von Medikamenten, Lungenerkrankungen oder Operationen am Brustkorb zu entwickeln. Auch Vererbung und das Vorliegen anderer Erkrankungen, wie eine Skoliose, Herzfehler und Bindegewebserkrankungen, spielen eine Rolle.
Eine Kielbrust kommt bei etwa 1 von 1600 Menschen vor und tritt bei Jungen häufiger auf als bei Mädchen. Das ist seltener als die Trichterbrust, bei der der Brustkorb nach innen wächst.
Beschwerden
Beschwerden infolge einer Kielbrust variieren von mild bis schwer. Bei milden Fällen kann die Vorwölbung klein sein und wenig bis gar keine Beschwerden verursachen. Bei Personen mit einer ausgeprägten Kielbrust ist die Vorwölbung deutlich sichtbar. Dies kann zu verschiedenen Problemen führen, wie:
- Gefühle von Unbehagen oder Scham über das Aussehen.
- Schwierigkeiten, gut sitzende Kleidung zu finden.
- Atemprobleme, besonders bei Belastung.
- Brustschmerzen, insbesondere bei länger andauernder Aktivität.
- Verminderte körperliche Leistungsfähigkeit und Ausdauer.
Behandlung
Die Behandlung einer Kielbrust ist in vielen Fällen nicht direkt notwendig. Bei schweren körperlichen oder psychischen Beschwerden bestehen mehrere Behandlungsmöglichkeiten. Abhängig vom Schweregrad der Beschwerden entscheidet sich die Patientin/der Patient gemeinsam mit der Chirurgin/dem Chirurgen für eine konservative oder operative Behandlung.
- Konservative Behandlung. Das Tragen einer maßgefertigten Orthese (Stützgurt). Diese drückt die Vorwölbung schrittweise zurück, sodass sie langsam abnimmt. Zusätzlich gibt es Übungen zur Verbesserung der Muskelkraft und Flexibilität des Brustkorbs.
- Operative Behandlung. Der schnell wachsende Knorpel wird entfernt und das Brustbein nach hinten versetzt (Ravitch-Operation). Eine andere Methode ist die Abramson-Operation, bei der die Chirurgin/der Chirurg eine Metallspange in den Brustkorb einsetzt, die die Vorwölbung zurückdrückt. 2,5 bis 3 Jahre später wird die Spange wieder entfernt.
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